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Bericht über den Vortragsabend “General und Parzival”

Nach der Begrüßung der zahlreich erschienenen Gäste durch den Präsidenten der Gesellschaft der Chemiewirtschaft, Herrn Dr.Karl DOBIANER sowie der Präsidentin des Club Pannonia, Frau Marika RADDA, im EXNER-Saal des Palais Eschenbach, richtete der Referent dieses Abends, Herr Mag.Georg REICHLIN-MELDEGG als eine aufmerksame und nette Geste eine kurze Grußbotschaft an die ungarischen Teilnehmer in deren Muttersprache.

Hier eine Kurzfassung des Autors über sein Buch: „General und Parzival?“:

Diese militärhistorische Arbeit befasst sich mit dem Leben und Wirken des k.u.k. Oberst Anton Frhr.v. Lehár (1876 – 1962) Er wurde im Juni 1918 wegen seiner erprobten Führungsqualitäten und seiner Tapferkeit zum Kommandanten des k.u.k. Infanterie-Regiments 106 ernannt. Nach der darauffolgenden verlustreichen Piaveschlacht war er der einzige Träger des Ritterkreuzes des Militär-Maria-Theresien-Ordens sowie der Goldenen Tapferkeitsmedaille, der den 1. Weltkrieg überlebt hatte. Zu diesem Zeitpunkt war Anton Lehár seinem Bruder, dem Komponisten Franz, als gefeierte und verehrte Persönlichkeit durchaus ebenbürtig.

In den folgenden Jahren spielte Anton Lehár bei der Bekämpfung der ungarischen Räterepublik, der Befreiung Budapests, dem Ausbau der nationalen Honvéd-Streitkräfte und bei den beiden vergeblichen Restaurationsversuchen Kaiser und König Karls eine bedeutende militärische Rolle. Hierbei bewahrte er seinem kaiserlichen Herrn vor und nach der Niederlage im Oktober 1921 eine beeindruckende „Nibelungentreue“, die ihm beinahe seine Existenz, ja sogar sein Leben gekostet hätte.

Anton Lehár hatte sich nach Ende des „Großen Krieges“ durch seine wichtigen Positionen und Vertrauensstellungen wesentliche Einblicke in die militärischen und politischen Verhältnisse im Donauraum verschaffen können. Seine in diesem Werk verwendeten Aufzeichnungen sind demnach ein einzigartiges Dokument, umso mehr, als sie noch einmal die charakteristischen Gedankengänge und Verhaltensweisen einer durch die Aristokratie geprägten Epoche widerspiegeln.

Dem Autor war es ein Anliegen, die höchst unterschiedlichen Erfahrungen der beiden Brüder Franz und Anton während des „Großen Krieges“ aufzuzeigen und die sich daraus ergebenden Lebenseinstellungen gegenüber zu stellen: Auf der einen Seite Franz, der Militärkapellmeister und Komponist, und auf der anderen Anton, zu Kriegsbeginn Major, der auf den Kriegsschauplätzen in Russland und später in Italien durch die heute fast unvorstellbare Hölle eines Vernichtungskrieges hindurch musste. Ein Teilaspekt der beiden sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten, den in dieser Form bisher noch kein Historiker recherchiert und analysiert hat.

GM Anton Frhr.v. Lehár ist heute – genau 50 Jahre nach seinem Tod – selbst vielen militärgeschichtlich Interessierten kaum mehr ein Begriff. „War´s ein Heldenleben?“, formuliert Anton Lehár an sich zweifelnd in einem Text kurz vor seinem Tod. Diese kompetente und flüssig geschriebene Biographie versucht darauf eine umfassende Antwort zu geben.

Georg Reichlin-Meldegg: „General und Parzival? GM Anton Freiherr von Lehár. Kmdt. der Restaurationsversuche Kaiser Karls 1921 in Ungarn“, ARES Verlag., 2012, zahlr. Farb- u. S/W-Abb., 180 S., ISBN 978-3-902732-08-8; € 19,90

Nach Beendigung der spannenden Präsentation des Buches wurde beim Buffet und Wein noch lange über das Leben des k.u.k. Oberst Anton Frhr.v. Lehár weiterdiskutiert!

Schriftführer: Stefan Radda

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