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Bericht über die PODIUMSDISKUSSION „Die Bedeutung von Kunst und Kultur in der Wirtschaft“

Zu Beginn erwähnte Dr. Márton MÉHES, Direktor des Balassi-Instituts Collegium Hungaricum Wien in seiner Begrüßungsrede die wichtitgen Aktivitäten des Hauses, besonders im Hinblick auf die verschiedenen Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Club Pannonia. Marika RADDA, Präsidentin des Club Pannonia begrüßte ebenfalls die zahlreichen Gäste, unter ihnen Frau Mag.Gabriele PROY, die zu den bekanntesten zeitgenössischen Komponistinnen gehört und 2013 mit dem höchsten Preis der Stadt Wien für Musik ausgezeichnet wurde, Klaus STARCH, Aufsichtsratsvorsitzender der Projektform AG aus Graz sowie Christian VRANEK als Kultur-Unternehmer von der Culture Creates Values, begrüßt.

Anschließend eröffnete Ernst WOLLER (Landtagsabgeordneter und Gemeinderat der Stadt Wien und Vorsitzender des Gemeinderatsausschusses für Kultur und Wissenschaft in Wien), die Podiumsdiskussion mit einem Grundsatzreferat. In seinen interessanten Ausführungen erwähnte er, mit welchen Förderungen in den verschiedenen Bereichen des Kulturlebens, wie z.Bsp. Vereinen aber auch Einzelkünstlern, geholfen wird. Er betonte, daß die Stadt Wien dem Kulturleben sehr große Bedeutung beimißt, weil es sich in verschiedenen Bereichen, wie Tourismus, Lebensqualität (lebenswerteste Stadt) und internationaler Anerkennung, auswirkt. Er bedauerte aber gleichzeitig, daß naturgemäß die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nicht ausreichen, um alle klar definierten Wünsche erfüllen zu können.

Geleitet wurde die Diskussion von Herrn Josef KIRCHENGAST, außenpolitischer Redakteur beim „derSTANDARD“, der die einzelnen Podiumsteilnehmer vor ihrem Statement vorstellte. Einleitend beschrieb er den Themenkreis zu Kultursponsoring und unternehmerischer Gesellschaftsverantwortung. Die Fragen „wer unterstützt eigentlich wen“ und haben Unternehmer in wirtschaftlichen Krisenzeiten überhaupt Förderungsmöglichkeiten. Werbeeffekte wären aber gerade jetzt notwendig.

(Selbstverständlich kann der gesamte Beitrag der einzelnen Diskussionsteilnehmer hier nicht gänzlich, sondern jeweils nur eine kurze Zusamenstellung sowohl aus dem Statement als auch aus den Diskussionsbeiträgen wiedergegeben werden).

Als erste Podiumsteilnehmerin stellte Herr KIRCHENGAST Frau Gabriele GERBASITS von der IG (Interessen Gemeinschaft) Kultur Österreich vor. Sie zeigte auf, wie schwierig es ist, für kulturelle Veranstaltungen, sei es in kleinerem oder größerem Rahmen Fördergelder zu lukrieren. Die Förderungsanträge gestalten sich überaus kompliziert. Die Formulierungen bezüglich Vorteile für das betreffende Unternehmen ist immer entscheidend für die Beurteilung. Naturgemäß sind Mittel sowohl staatlicherseits als auch aus dem privaten Bereich heute besonders limitiert.

Nächster Podiumsteilnehmer war aus der Wirtschaft Herr Martin HIMMELBAUER – Bereichsleiter Corporate Communications der Casino Austria AG – Österreichische Lotterien GmbH mit seinen Ausführungen zur Fragestellung, was das Kultursponsoring im allgemeienen aber besonders für sein Unternehmen bringt. Diese Frage stellt sich schon allein aus steuertechnischen Gründen, weshalb es wichtig ist, auch die Gegenleistungen konkret zu formulieren. Man muß zwischen Unterstützung kleiner Projekte und Förderung großer und seit Jahren bereits laufender Projekte unterscheiden. Die Casinos Austria AG – Österreichische Lotterien GmbH ist sowohl im sportlichen als auch im kulturellen Bereich sowie im Gesundheitswesen als Sponsor stark engagiert.

Dr.Thomas TRABITSCH, Direktor des Österreichischen Theatermuseums vertrat wiederum die sponsorsuchende Seite aus der Kultur. Als Beispiel zeigte er aus seinem Museum-Bereich den Unterschied zwischen dem bürokratischen Ablauf in Bayern und den österreichischen Behörden auf, wobei in Bayern auch die Kommunikation wesentlich schneller und einfacher war. Er betonte, daß große Projekte und kulturelle Institutionen, wie die Wiener Oper, Salzburger Festspiele, etc. als Werbeträger es leichter haben, wobei der Spargedanke hier auch schon diskutiert wird.

Ein weiterer Podiumsteilnehmer aus der Wirtschaft war Herr Dipl.Informatiker Peter OROS, Geschäftsführer der Qualysoft GmbH. Er berichtete interessanterweise, daß eine kreative Förderung sich buchhalterisch sogar positiv auswirken kann. Sein Unternehmen veranstaltet regelmäßig Vernissagen und stellt die Bilder und Skulpturen in fast allen Büroräumen aus. Damit wird erreicht, daß die Mitarbeiter im kreativen Bereich angeregt werden und unter den Mitarbeitern auch ein ständiger Austausch nicht nur im fachlichen, sondern auch im Kulturleben stattfindet. Ein Kauf eines zeitgenössischen Kunstwerkes von einem Künstler ist auch eine Art von Förderung. So entstand im Unternehmen die Sparte QualysmART.

Der Direktor des Balassi-Insitituts Collegium Hungaricum Wien, Dr. Márton MÉHES, berichtete über die verschiedartigen Tätigkeiten des Hauses. Es finden ständig Vernissagen sowohl aus dem zeitgenössischen Bereich als auch von bekannteren Kunstwerken statt. Die Zusammenarbeit mit den österreichischen für den Kulturbereich kompetenten Persönlichkeiten ist begrüßenswert gut und unproblematisch. Seine Arbeit ist nicht ausschließlich für das Haus Balassi-Institut Collegium Hungaricum begrenzt, sondern es werden verschiedene gemeinsame Projekte mit österreichischen Kulturschaffenden bzw. Kulturinstitutionen in ganz Österreich durchgeführt. Wie schon die Vorredner erwähnten, spielen naturgemäß auch im Collegium Hungaricum die finanziellen Möglichkeiten eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Nach einer regen Diskussion am Podium aber auch seitens des Publikums kann man von einem informativen, interessanten und in einer ruhigen Atmosphäre abgelaufenen Abend sprechen.

Abschließend wurden alle Teilnehmer zu einem Sandwich-Büfé mit ungarischen Weinen und Pogácsa eingeladen. wobei man noch sehr lange Meinungen austauschte. Es wurde sogar der Wunsch geäußert, über dieses hochaktuelle Thema eine weitere Folge zu veranstalten.

Schriftführer. Stefan Radda

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